Book Review: (two books on recent African conflicts and post-conflict issues) review is in German

Ulf Engel, J. Gomes Porto. Africa’s New Peace and Security Architecture: Promoting Norms, Institutionalizing Solutions. Farnham: Ashgate, 2010. 197 S. $99.95 (cloth), ISBN 978-0-7546-7605-8; $49.95 (paper), ISBN 978-0-7546-7606-5; ISBN 978-1-4094-0217-6.

John M. Kabia. Humanitarian Intervention and Conflict Resolution in West Africa: From ECOMOG to ECOMIL. Farnham, Surrey: Ashgate, 2009. 234 S. $99.95 (cloth), ISBN 978-0-7546-7444-3.

Reviewed by Stefanie Wodrig
Published on H-Soz-u-Kult (April, 2012)

Nach fast einen Jahrzehnt Afrikanische Union (AU), das afrikanische Pendant zur EU, zog der kenianische Ministerpräsident Raila Odinga Ende Oktober 2011 eine vernichtende Bilanz. Vor dem AU-Wirtschafts-, Sozial- und Kulturrat kritisierte er die pan-afrikanische Institution für ihr (mangelndes) Engagement in den jüngsten Konflikten in Libyen und der Elfenbeinküste: im Mittelpunkt seiner Kritik stand das militärische Engagement westlicher Staaten bei gleichzeitiger „Hilflosigkeit“ Peter Opiyo, Raila accuses AU of inaction, in: The Standart, 30.10.2011. seitens der AU. Eine kenianische Zeitung fragt daraufhin sogar, warum die AU überhaupt notwendig sei. Unbekannt, Do we really need AU?, in: Daily Nation, 1. 11. 2011.

Die kontinentale Ebene
Auch der Sammelband von Ulf Engel und João Gomes Porto will Bilanz ziehen. Vor einem Jahr sollte die AU-Friedens- und Sicherheitsarchitektur voll funktionsfähig sein. Wären denn die Institutionen einsatzbereit gewesen, um die diesjährigen Turbulenzen zu adressieren?
Eine Leistung des Sammelbandes ist es jene institutionellen Entwicklungen nicht im luftleeren, d.h. geschichtslosen, Raum zu betrachten. Söderbaum und Hettne etwa ziehen Parallelen zu allgemeinen Trends in der Regionalismusdebatte. Während vorher Entwicklung, Sicherheit und Regionalismus separat betrachtet wurden, findet seit etwa einem Jahrzehnt eine Verschmelzung und Umdefinierung jener Konzepte statt. Für afrikanische Staaten heißt es folgendes: während Entwicklung, Sicherheit und Regionalisierung vormals hieß sich möglichst weit vom globalen Norden zu distanzieren und sich kollektiv in jenem Distanzierungsprozess zu unterstützen, meinen dieselben Begriffe heute sich stärker zu integrieren.(S. 13-30, bes. S. 21) So ist Sicherheitsregionalismus eben nicht als Distanzierung zum globalen Norden zu verstehen, sondern der Fokus liegt auf der Koordinierung der verschiedenen globalen, kontinentalen und regionalen Ebenen.(S. 29) Herr Odinga scheint da allerdings anderer Meinung zu sein.

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